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3. Juni 2019

Rezension: »Die Duftapotheke – Das Rätsel der schwarzen Blume«

Autorin: Anna Ruhe

Von In Bücher
1 Kommentar

Die Duftapotheke - CoverWie viele Bücher in denen es um Düfte geht, kennst du? Nur Süßkinds »Das Parfum«? Interessierst du dich für Düfte? Bist du jünger als 14? Dann ist Anna Ruhes »Die Duftapotheke – Das Rätsel der schwarzen Blume« genau das Richtige für dich. Selten gab es ein Buch in dem es mehr um olfaktorische Eindrücke und Wirkungen ging als dieses.

»Die Duftapotheke«, manchmal macht alleine der Titel unglaublich neugierig auf den Inhalt. Dazu noch dieses tollen Cover. Die detaillierte Zeichnung, die Farben, die Schrift die wirkt als würden die Buchstaben durch die Luft schweben. Es war klar, ich musste das Buch mit nach Hause nehmen und da ich mich in einer Bücherei befand war das auch ohne Risiko möglich. Zu spät merkte ich, dass ich der Zielgruppe schon seit einiger Zeit entwachsen war, aber was solls. Man soll auch manchmal über den Bücherrand hinauslesen, sage ich immer. Was kann schon schiefgehen bei einem Buch, bei dessen Cover sich solche Mühe gegeben wurde?  Zum Beispiel, dass es bereits einen Vorgänger gibt, auf dessen Handlung sich einiges im Buch bezieht und der mir unbekannt war. Naja … :D

Worum geht es?

Luzie Alventein, ihr kleiner Bruder Benno und der Nachbarsjunge Mats haben es geschafft. Die Duftapotheke befindet sich wieder unter ihrer Kontrolle und der, dank eines Duftes potenziell unsterbliche Willem, wurde vertrieben und somit von jeglichem Duftnachschub abgeschnitten.

Die Duftapotheke, ein geheimer Raum unterhalb der Villa Evie in der Luzie mit ihrer Familie lebt, ist ein Ort in dem magische Düfte hergestellt werden, die unglaubliche Fähigkeiten haben. Düfte die einen das Aussehen einer anderen Person geben, Düfte die unsichtbar machen, Düfte die unverwundbar machen, Düfte die vergangene Zeiten sichtbar machen, Düfte die einen alles vergessen lassen und nicht zu vergessen der »Duft der Ewigkeit«, ein Duft, der unsterblich macht solange man ihn regelmäßig einatmet.

Gerade um diesen letzten Duft dreht sich die Geschichte. Schließlich konnten Luzie, Benno und Mats im letzten Buch Willem, dem ehemaligen Gehilfen des Gründers der Duftapotheke, die Kontrolle über Duftapotheke entreißen und Hanne van Velden, Enkelin und rechtmäßige Erbin der fantastischen Geheimnisse diesen Ortes, wieder einsetzen. Zum Dank wurden die drei von Hanne zur nächsten Generation von Duftapothekern erklärt, die von ihr in die Geheimnisse und die Arten der Duftmischung eingeführt werden. Doch die Apotheke muss vor Willem geschützt werden, denn ohne den »Duft der Ewigkeit« werden er und die geheimnisvolle Gesellschaft der Ewigen wieder anfangen zu altern. Dass ihre Eltern dazu nichts von der geheimen Duftapotheke erfahren dürfen versteht sich von selbst.

Doch es geschieht die ultimative Katastrophe. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen werden sämtliche Vorräte des Meteorpulvers gestohlen, jener Substanz ohne die keiner der magischen Düfte mehr hergestellt werden kann. Wie konnte Willem trotz der Fallen hineingelangen? Oder steckt doch einer der Ewigen dahinter?

Bei ihren Nachforschungen findet Luzie zusätzlich noch Hinweise darauf, dass der Gründer der Duftapotheke und Hannes Großvater Daan de Bruijn noch leben könnte. Und dass obwohl alle bis dahin davon ausgingen, dass er im Jahre 1898 verstarb und es keine Gründe gab, daran zu zweifeln. Wenn er also noch lebt, vielleicht kann er sagen, wo Willem zu finden ist. Oder weiß er etwas über die Ewigen und ihre Motive? Als gäbe es nicht schon genug Rätsel zu lösen.

Luzie und Mats ist klar, sie müssen zusammen mit Hanne ihren Großvater finden um eine Chance zu haben das Meteorpulver wiederzuerlangen. So machen sie sich mit Benno zu viert auf die Reise Richtung Utrecht, müssen den Fallen Willems und seines Helfers entkommen und treffen schließlich auf die Ewigen. Eine Begegnung die sie nur mit Hilfe der Düfte der Duftapotheke für sich entscheiden können.

Die Duftapotheke - Illustration

Fazit

Selten gab es ein jugendbuchigeres Jugendbuch. Die Geschichte ist simpel, verläuft geradezu wie auf Schienen, die Charaktere verhalten sich und tauchen so auf, dass es der Geschichte am besten nutzt. Die Handlung fügt sich zusammen, als stünden die Charaktere dauerhaft unter dem Einfluss des »Glücks-Duftes«. Am Ende fügt sich, für meinen Geschmack, einfach alles zu perfekt zueinander und vor allem auf Luzies neugefundene Besonderheit, die im Epilog von Bedeutung sein wird, hätte man im Verlauf des Buchs besser hinarbeiten können.

Aber ist das schlimm? Nein, auf gar keinen Fall. Man darf nicht vergessen, dass es ein Jugendbuch für Jungen und vor allem Mädchen um 10 Jahre ist. Dementsprechend ist die Geschichte und die Handlung angemessen, das Pacing genau richtig und die Charaktere bieten genug moderne Projektionsfläche für das jugendliche Publikum.

Die Duftapotheke - Seiten-IllustrationErstaunlich und was ich auf jeden Fall positiv hervorheben möchte, sind einige unerwartete Wendungen der Geschichte und Beweggründe der einen oder anderen Person. Dass in einem Jugendbuch alle Akteure eben doch nicht komplett schwarz und weiß dargestellt werden, halte ich für nicht sehr alltäglich. Zwar wurde dadurch gerade das Ende extrem beschleunigt, brachte aber eine positive Dynamik in die ganze Sache, die sich auch noch auf zukünftige Teile auswirken wird.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr muss ich bei der Handlung der Reihe übrigens an die alte tschechische Serie »Der fliegende Ferdinand« denken. Ob Anna Ruhe sich davon hat inspirieren lassen?

Über die Sprache

Man hat es schnell begriffen: Es geht um eine Duftapotheke in der Düfte gemischt und aufbewahrt werden die fantastische Wirkungen haben. Dementsprechend geht es gerade auf den ersten Seiten vor allem um eines: Düfte und Gerüche. Wie riecht die Welt? Welche Gerüche umgeben Luzie? Zum Teil wirkt es etwas störend, aber man muss zugestehen, dass es unglaublich hilft die Atmosphäre aufzubauen.

Die Themen die angeschnitten werden, wie Verlustängste, Verantwortungsgefühl, Zuneigung und Streit mit den Eltern sind altersgerecht dargestellt, wenn auch größtenteils etwas knapp und ohne viel Tiefgang, denn die Handlung ist so schnell getaktet, dass Luzies Gedanken über diese Themen rasch wieder davongewischt werden.

Schön fand ich übrigens, dass es mal storytechnisch in die Niederlande ging. Selten genug. Auch die Namen der Figuren haben einen eindeutig niederländischen Einschlag. Beim ersten Lesen stolpert man über Namen und denkt erst an Druckfehler, aber es passt einfach.

Was mir beim Aufschlagen allerdings direkt auffiel war die höhere Schriftgröße und ein merkwürdiger Zeilenabstand. Hätte man es in einer »normalen« Schriftgröße gedruckt würde das Buch sicher bei deutlich unter 200 Seiten landen. Aber dadurch liegt es besser in der Hand und man kommt gefühlt schneller ans Ende.

Übrigens … müsste es innerhalb des Buchs nicht wissenschaftlich korrekterweise Meteoritpulver heißen statt Meteorpulver?

Die Charaktere

Joa, Jugendbuch halt, ne. Was soll man da sagen? Allzu Komplexes sollte man nicht erwarten, aber es ist da auch kein Komplettausfall dabei. Vielleicht denken Mädchen so wie Luzie und machen sich über dieselben Sachen Sorgen. Dass einige Charaktere unerwartete Wendungen erleben muss ich dem Buch allerdings noch einmal positiv anrechnen. Ich hätte nicht damit gerechnet.

Goodies

Zusätzlich zu dem Buch erhält man ein farbenfrohes schönes Poster auf dem die im Buch vorgestellten Düfte dargestellt sind. Man erfährt teilweise ihre Wirkung, ihre Kopf- Herz- und Basisnote sowie Anmerkungen des Parfümeurs. Das Poster hat eine Größe von etwa zwei aneinandergelegten Din A4-Blättern. Angekündigt wurde übrigens, dass im nachfolgenden dritten Teil ein weiteres Poster enthalten soll, das man mit diesem hier zu einem noch größeren zusammenkleben kann. Man kann es aber auch so aufhängen. Wenn man denn will.

Die Duftapotheke - Poster - schmal

Kaufen oder nicht kaufen?

»Die Duftapotheke – Das Rätsel der schwarzen Blume« ist der zweite Teil einer Reihe, die am 18. Juni 2019 mit »Die Duftapotheke – Das falsche Spiel der Meisterin« ihren dritten Teil erhalten wird. Dementsprechend ist es zwar nicht notwendig, allerdings ratsam mit dem ersten Teil anzufangen. Die Geschehnisse des ersten Teils werden erwähnt und kurz zusammengefasst. Es ist zwar nicht notwendig die Vorgeschichte zu kennen, um dieses Buch zu verstehen. Aber es hilft.

Alles im Allen ist »Die Duftapotheke – Das Rätsel der schwarzen Blume« von Anna Ruhe ein schönes Jugendbuch für Jungen und Mädchen ab etwa 9 Jahren. Deutlich ältere Leserinnen und Leser werden wahrscheinlich von der Geschichte unterfordert sein, aber dennoch ist es ein kurzweiliger Spaß in den man mal reinlesen kann, vor allem wenn man ein Buch lesen will, dass viele Dinge eher olfaktorisch angeht und nicht zu viel Wert auf komplexe Verhaltensweisen legt.

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Buchinformationen

AutorAnna Ruhe
TitelDie Duftapotheke - Das Rätsel der schwarzen Blume
Seiten288
Datum der ErstveröffentlichungSeptember 2018
VerlagArena Verlag
GenreJugendbuch, Fantasy
ISBN-13978-3401603605
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HerkunftBibliothek
Holger

Geschrieben von Holger

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1 Kommentare
  1. Avatar
    Lesewölkchen schrieb am 4. Juni 2019 um 9:35

    Den ersten Teil hat meine Tochter letzes Jahr zu Weihnachten geschenkt bekommen und war völlig hin und weg. Ich sollte mir die nächsten Wochen dauernd die Blumen im Geschäft anschauen und sagen wonach die riechen. Eine haben wir dan zuhause getrocknet und gepresst und laminiert. Die benutzt sie jetzt als Lesezeichen.

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