Ein “Liebesbrief” an die drei Fragezeichen

Lieber Justus, lieber Bob, lieber Peter,

wie lange ist es schon her, seit wir voneinander gehört haben? Wie lange ist es her, seit wir gemeinsam Abenteuer bestanden haben und gemeinsam selbst die verzwicktesten Fälle gelöst haben? Zugegeben, so gut wie immer hast du sie gelöst Justus. Wir anderen standen meist nur staunend daneben wie du mit deinem scharfen Verstand die verstreuten Puzzlesteine zu einem Ganzen zusammengesetzt hast.

Ich war natürlich nicht live dabei, aber konnte dank eures Mentors Alfred Hitchcock an jeden Fall teilnehmen. Schließlich hatte er sich damals bereit erklärt eure Fälle in Buchform zu veröffentlichen. Immer unter der Vorraussetzung, dass sie es wert seien veröffentlicht zu werden. Und seien wir ehrlich: sie waren es. Ob ihr nun schreiende Wecker, gefährliche Tiere oder mysteriöse Geistererscheinungen untersucht habt, immer waren die Fälle voller Spannung und am Ende wurden die Verbrecher so gut wie immer dingfest gemacht.

Wie oft war ich damals in der Bücherei auf der Suche nach einem neuen Abenteuer oder um eines der lieb gewonnen schon bekannten erneut auszuleihen. Wahrscheinlich seid ihr sogar daran Schuld, dass ich mich damals wie heute so fürs lesen begeistern kann und euren Abenteuern so viele andere Bücher folgten, die mich in weite Welten führten, interessante Charaktere kennenlernen und die Phantasie immer wieder aufs neue aufleben ließen.

Schuld daran sind neben euren Büchern natürlich auch eure Abenteuer in Hörspielform. Fast wie ein Ritual gehörten sie um Einschlafen mit dazu.  Die wohlbekannten Stimmen von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich, Peter Pasetti und all den anderen. Auch wenn dort die Handlung das ein oder andere Mal gestrafft wurde, waren sie doch ein äquivalenter Ersatz wenn es Nacht wurde und zu dunkel zum lesen war.

Dann wurde ich älter, ihr allerdings nicht. Gut, ihr machtet mal einen kleinen Altershüpfer, bekamt eure Führerscheine und Freundinnen, aber das war es dann. Ihr seid immer die Juniordetektive geblieben die ich so mochte und euch treu geblieben. Lange Zeit habe ich eure Abenteuer gerne weiter gelesen und habe eure Hörspiele gehört.  Habe mich durch eher schlechte Fussballfolgen durchgequält und doch noch die eine oder andere Perle in euren Fällen entdeckt. Irgendwann habe ich dann aufgehört eure neuen Abenteuer zu lesen, ging nicht mehr in die Buchhandlung oder die Bücherei um eure Bücher zu mir zu holen.

Denn seien wir mal ehrlich. Eure Fälle waren mit der Zeit immer mehr an den Haaren herbeigezogen. Außerirdische, FBI, CIA, Verschwörungen und was weiß ich noch. Natürlich waren eure Fälle immer etwas … von der Wirklichkeit entkoppelt, aber langsam wurde es immer alberner.  Liegt es daran, dass Alfred Hitchcock euch schon lange nicht mehr auf die Finger schaut? Oder daran, dass ihr mittlerweile in über 50 Jahren mehr als 180 Fälle zu Papier gebracht habt und euch das Alter quält?

Euren Rechtstreit um eure Namen nahm ich übrigens auch nur noch am Rande wahr. Jedoch war ich immens erleichtert, als eine Einigung erfolgte und Jupiter auch in eurer Welt wieder nur ein Planet ist.

Allerdings haben wir wie ihr wisst eine gemeinsame Geschichte und die will ich wieder aufleben lassen. Ich will eure Fälle wieder lesen. Eure alten Fälle, die die Liebe zu Büchern in mir weckten und ich werde darüber schreiben.  Hier, den ganzen Februar über, jeden Tag über einen eurer alten Fälle. Und wer weiß, vielleicht flammt die Leidenschaft wieder auf und wir erleben bald wieder gemeinsam eines eurer neuen Abenteuer.

Verschiedene Buchcover von drei Fragezeichen Romane

3 Gedanken zu “Ein “Liebesbrief” an die drei Fragezeichen

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