Rezension: Der Kampf des Jahrhunderts – Jan Oldenburg

Buchcover: Jan Oldenburg - Der Kampf des JahrhundertsHorfax der Dritte von Grymmenstein ist alles, aber sicher ist er kein netter Kerl. Das muss er aber auch gar nicht sein, denn nicht umsonst ist er der Nachkomme einiger ruhmreicher Finsterlinge und Bösewichte und außerdem ist er vor allem der König des unterirdischen Reiches Arkzul. Wie aber verhält sich so einer, wenn er alles verliert? Und was passiert mit einem Königreich, wenn es von seinem Tyrannen befreit wurde?

Mit „Der Kampf des Jahrhunderts“ stellt Jan Oldenburg seinen dritten Roman aus seiner Welt der Fernen Länder vor. Ob er ihm gelungen ist erfahrt ihr hier.

Worum geht es?

Seit er nach guter alter Tradition der Schattenkobolde seinen Vater ermordete ist Horfax der Dritte von Grymmenstein König von Arkzul. Als solcher lebt er ein Leben voller Ausschweifungen und ein jeder hat sich seinem Willen und seinen Launen zu fügen wenn sie nicht riskieren wollen ein rasches und äußerst unerfreuliches Ende zu finden. Jedes Wort von ihm ist Gesetz und jedem Wunsch wird sofort  nachgegangen. Darüber wacht sein ihm hündisch treu ergebener Wesir Schorok, der im Hintergrund auch die eigentlichen Staatsgeschäfte organisiert.

Eines Tages dämmert es Horfax, dass er nur eines sein kann: ein Gott! Also lässt er sich so schnell wie möglich öffentlich zum Gott ausrufen und anbeten. Wehe denjenigen die sich ab sofort nicht an die göttlichen Gebote halten, denn seine Gnade besteht höchstens aus einem qualvollen Tod.

Bei einer der öffentlichen Gerichtsverhandlungen kommt es dann zum Skandal. Der Schmied Dorgol behauptet, dass Horfax kein Gott sei. Horfax fühlt sich herausgefordert und setzt er ein Gottesurteil an: Ein Kampf in der Arena zwischen Dorgol und einem fürchterlichen Monster soll entscheiden, ob Horfax ein Gott ist. Gegen alle Wahrscheinlichkeiten kann Dorgol den ungleichen Kampf gewinnen und der Unmut im Volk wird langsam größer. Es droht eine Revolution! Horfax ist nicht mehr Herr der Lage und zieht sich weinerlich in seine Gemächer zurück. Während das Volk immer weiter aufbegehrt entschließt sich Horfax zum äußersten. Er wird gegen Dorgol in der Arena kämpfen und endgültig beweisen, dass er Gottkönig ist.

Natürlich betrügt Horfax und lässt jemand anderes an seiner Stelle kämpfen. Doch auch diesen Gegner kann Dorgol besiegen und das Volk rebelliert nachdem es den Betrug bemerkt. Horfax kann im letzten Moment zusammen mit seinem Wesir Schorok entkommen und versucht nach einer abenteuerlichen Flucht (die durch das weinerliche Verhalten des nun ehemaligen Königs nicht gerade einfach verläuft) die Macht erneut an sich zu reißen.

Währendessen wird Dorgol vom Volk zum neuen König gewählt und verspricht alle Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Das Volk soll wieder frei von Tyrannei leben und das Leben für alle besser werden.

Ob Horfax sein Königreich wieder zurückerlangt, wie er sich auf der Reise ändert und was Dorgol aus dem Königreich macht und ob er seinen hehren Zielen Taten folgen lassen kann soll nicht weiter verraten werden. Lest sie am besten selbst.

Jan Oldenburg vermischt dabei verschiedene Motive. Zuerst natürlich der Kampf David gegen Goliath aus dem David siegreich hervorgeht. Dann die Wandlung seiner Figuren im Zeichen der Not und im Angesicht der Macht. Wird man ein besserer Herrscher, wenn man erst ganz oben und dann ganz unten ist oder muss man zuerst den Abgrund des Lebens kennen um gerecht zu herrschen? Welche Rolle spielt ein Geheimdienst im Schatten des Throns und wie weit darf die Moral vergessen werden um die eigenen Ziele zu erreichen?

Fazit

Die Romane von Jan Oldenburg die in den Fernen Ländern spielen sind sicherlich nicht nur zufällig so angelegt, dass sie an Terry Pratchetts Scheibenwelt erinnern. Beides sind Vertreter der humorvollen Fantasy, doch kommt „Der Kampf des Jahrhunderts“ nicht an seine Inspiration heran. Das ist allerdings nicht schlimm, denn das Buch weiß auf seine eigene Art den Leser zu fesseln und es nimmt sich selbst auf die Schippe, wenn manche Logikfehler in der Erzählung durch humorvolle Erklärungen in der Fußnote aufgelöst werden.

Die Grundidee des Buchs ist auf jeden Fall interessant und der Wandel sowie das Verhalten der Figuren im Großen und Ganzen nachvollziehbar. Allgemein hätte ich mir allerdings gewünscht, wenn die Handlung öfter zurück zu Dorgol gewandert wäre um den Wandeln im Königreich genauer darzustellen.

„Der Kampf des Jahrhunderts“ von Jan Oldenburg ist vielleicht nicht das beste Fantasy-Buch das je erschienen ist, jedoch lässt es sich gut lesen und bietet sicherlich einige Stunden gute Unterhaltung für Freunde der humorvollen Fantasy.

Buchinformationen

Autor Jan Oldenburg
Titel Der Kampf des Jahrhunderts
Seiten 336
Datum der Erstveröffentlichung November 2014
Verlag Piper
Genre Fantasy
ISBN-13 978-3492703390
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Herkunft Selbst gekauft

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